GOZ

2030

Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten (z. B. Separieren, Beseitigen störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

Punktzahl
1,0
2,3
3,5
65
3,66 €
8,41 €
12,80 €
Abrechenbar:
je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich
Leistungsinhalt:
  • Präparieren als mechanische Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, ggf. auch Implantatabutments
    • Präparieren von Kavitäten
    • Beschleifen von Zähnen zur Kronenversorgung
    • intraoralen Umgestaltung von Implantataufbauten
    • Beseitigen störenden Zahnfleisches
    • Aufbereiten von Wurzelkanälen
  • Füllen von Kavitäten
    • Separieren
    • Durchtrennen von Zahnfleischfasern auch mit Elektrotom
    • Beseitigen störenden Zahnfleisches
    • Stillung einer übermäßigen Papillenblutung
  • Diese Gebührenziffer beschreibt Maßnahmen während einer Präparation oder Füllung durch Hinzunahme von Hilfsmitteln und deren Verwendung wie Klammern, Keile, (getränkte) Fäden, Tinkturen, Elektrotom oder ein Dental-Laser etc.
  • Bei Füllungen kann während der Präparation der Kavität 1x die Leistung berechnet werden und ggf. 1x während der Füllungslegung (= 2x berechenbar).
  • Bei Präparationen für Zahnersatz kann die Gebühr 1x während der Präparation und bei der weiteren Maßnahme zur Abformung 1x berechnet werden ( = 2x berechenbar).
  • Formgebungshilfen (Matrizen) und deren Verkeilung, kann nur in Zusammenhang mit der GOZ  2060, 2080, 2100, 2120 und 2180 berechnet werden.
  • Wird in allen vier Kieferhälften präpariert und gefüllt (mit jeweils erforderlich besonderen Maßnahmen), kann die GOZ 2030 in einer Sitzung maximal 8x berechnet.
  • Zahnumformung durch approximale Schmelzreduktion oder auch interdentales Strippen oder Air-Rotor-Stripping kann nur gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.
  • Intrakanaläre Blutstillung während einer Behandlung kann mit dieser Leistung berechnet werden.
Abrechnungsbestimmungen:

Die Leistung nach der Nummer 2030 ist je Sitzung für eine Kieferhälfte oder einen Frontzahnbereich höchstens einmal für besondere Maßnahmen beim Präparieren und höchstens einmal für besondere Maßnahmen beim Füllen von Kavitäten berechnungsfähig.

  1. Das „Präparieren“ ist als die mechanische Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, ggf. auch Implantatabutments zu verstehen. „Besondere Maßnahmen“ sind deshalb möglich beim Präparieren von Kavitäten, beim Beschleifen von Zähnen zur Kronenversorgung, bei der intraoralen Umgestaltung von Implantataufbauten oder beim Aufbereiten von Wurzelkanälen. Auch die Darstellung der Präparationsgrenze sowohl bei der Abformung als auch bei der Befestigung von geeigneten Hilfsmitteln kann als „Besondere Maßnahme“ mit dieser Nummer berechnet werden.
  2. Das „Füllen von Kavitäten“ ist die Versorgung von Zahndefekten in der Zahnkrone, am Zahnhals oder in der Wurzel. „Besondere Maßnahmen“ sind deshalb auch möglich beim Füllen von Kavitäten in der Zahnkrone, am Zahnhals und beim Füllen von Wurzelkanälen.
  3. Die Aufzählung der Maßnahmen, die diese Position auslösen, ist nicht abschließend. Es können Klammern, Keile, (getränkte) Fäden, Tinkturen o. Ä. oder auch ein Elektrotom oder ein Laser eingesetzt werden. Bei den Geb.-Nrn. 2050, 2070, 2090 und 2110 ist das Anlegen und die Verkeilung der Matrize zur Formung der Füllung keine „Besondere Maßnahme“, sondern sind Bestandteil der Füllungsleistung.
  4. Bei Rekonstruktionen nach den Geb.-Nrn. 2060, 2080, 2100, 2120 und 2180 ist das ggf. erforderliche Anlegen einer Formgebungshilfe kein Leistungsbestandteil und ist unter der Geb.-Nr. 2030 GOZ zusätzlich berechnungsfähig. Dient die Verkeilung einer Separation zur Herstellung eines spannungsfreien Kontaktpunkts oder dient sie der Blutungsstillung, ist die Leistung als „Besondere Maßnahme“ berechnungsfähig.
  5. Auch das Separieren aus kieferorthopädischen oder anderen Gründen ist unter dieser Nummer zu berechnen, eine Zahnumformung durch approximale Schmelzreduktion jedoch nicht.
  6. „Beseitigen störenden Zahnfleisches“ bedeutet: Verdrängen des Zahnfleisches/der Papillen z. B. mit Hallerklammern, Retraktionsringen oder -fäden. Auch das Durchtrennen von Zahnfleischfasern, z. B. mittels Elektrotom, gilt als „Besondere Maßnahme“. „Stillen einer übermäßigen Papillenblutung“ ist immer dann gegeben, wenn eine Präparation, eine Füllung oder eine Abformung anderenfalls nicht erbracht werden kann.
  7. Erfolgt bei Vorliegen z.B. einer Bolton Diskrepanz (=Missverhältnis der Größe von Ober- und Unterkieferzähnen) eine Zahnumformung durch approximale Schmelzreduktion, auch interdentales Strippen oder Air-Rotor-Stripping, so entspricht diese Leistung nicht dem in der Geb.-Nr. 2030 GOZ beschriebenen „Separieren“, sondern ist, da nicht in der GOZ erfasst, analog zu berechnen.
  8. Die Leistung kann auch indiziert und berechnungsfähig sein zur Schaffung günstiger räumlicher Verhältnisse für die Interdentalpapille durch Umgestaltung der Zahnform nicht
    nur in Verbindung mit einer kieferorthopädischen Behandlung.
  9. Die Leistung ist je Kieferhälfte oder Frontzahngebiet je einmal beim Füllen von Kavitäten und einmal beim Präparieren berechnungsfähig.

Schnittstelle GOZ 01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 2030 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn sie vom Leistungsinhalt der Nr. 12 BEMA nicht erfasst und/oder für die Erbringung der vertragszahnärztlichen Leistung nicht erforderlich ist.
  2. Die Nr. 2030 GOZ ist im Rahmen der Mehrkostenregelung für Füllungen nach § 28 Abs. 2 Satz 2 SGB V zum Beispiel für Formgebungshilfen in Verbindung mit den Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120 GOZ vereinbarungsfähig.

Beschluss  Nr. 24:

  1. Für die GOZ-Nr. 2030 gilt: Wird in allen vier Kieferhälften präpariert und gefüllt und sind daneben jeweils besondere Maßnahmen erforderlich, kann die GOZ-Nr. 2030 in einer Sitzung maximal achtmal berechnet werden (viermal im Oberkiefer, viermal im Unterkiefer).