GOZ

1030

Lokale Anwendung von Medikamenten zur Kariesvorbeugung oder initialen Kariesbehandlung mit einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger, je Kiefer

Punktzahl
1,0
2,3
3,5
90
5,06 €
11,64 €
17,72 €
Abrechenbar:
je Kiefer
Leistungsinhalt:
  • Eingliederung und Bestückung eines individuell gefertigten Schiene als Medikamententrägers mit einem Medikament
  • Entfernung des Medikamententrägers nach Applikationszeit
  • Aufklärung für den Patienten zum häuslichen Gebrauch
  • Materialkosten des Medikamentes
  • Die Gebührenposition beschreibt nur die Anwendung einer Medikamententrägerschiene (Tiefziehschiene) und nicht die Herstellung und Anpassung einer solchen Schiene. Die Herstellung und Anpassung einer solchen Schiene kann gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.
  • Nur für die Behandlung zur Kariesvorbeugung oder initialen Kariesbehandlung berechenbar, nicht für andere Erkrankungen oder als Strahlenschutzschiene.
  • Nicht für die Verwendung einer Verbandsplatte mit Medikamenten nach chirurgischen Eingriffen berechenbar.
  • Abformmaterialien und Laborkosten gemäß § 9 GOZ können zusätzlich berechnet werden, nicht aber Materialkosten für das Medikament.
  • Als Medikament dienen alle Fluoridarten aber auch Chlorhexidin oder andere Kariesvorbeugenden Medikamente.
Abrechnungsbestimmungen:
  • Die Herstellung einer individuell angefertigten Schiene als Medikamententräger (z.B. Tiefziehschiene) ist gesondert berechnungsfähig. Mit der Gebühr sind die Kosten für das verwendete Medikament abgegolten.
  • Die Anwendung eines konfektionierten Löffels als Medikamententräger erfüllt nicht den Inhalt der Leistung nach der Nummer 1030.
  • Bei Anwendung einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger für Fluoridierungsmittel ist die mehr als viermalige Berechnung der Leistung nach der Nummer 1030 innerhalb eines Jahres in der Rechnung zu begründen.
Nicht zusätzlich abrechenbar:

  • Zur Vorbeugung von Karies oder zur Behandlung beginnender oberflächlicher Karies werden Medikamente eingesetzt, die mit bestimmter Einwirkzeit in individuell indizierter Frequenz in der Praxis am Patienten und/oder vom Patienten häuslich angewendet werden. Zur effektiven und intensiven Behandlung sind dazu individuell gefertigte Schienen als Medikamententräger erforderlich. Die Leistung kann nur bei Anwendung in der Zahnarztpraxis berechnet werden.
  • Sie ist nur berechnungsfähig, wenn eine individuell gefertigte Schiene und keine konfektionierte Schiene als Medikamententräger benutzt wird. Die zahnärztliche Leistung im Zusammenhang mit der Herstellung und Eingliederung des Medikamententrägers ist im Leistungstext nicht beschrieben und kann daher nach § 6 I GOZ analog berechnet werden.
  • Die Leistung ist nur im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Kariesprophylaxe berechnungsfähig. Eine Schiene als Medikamententräger für andere Zwecke – wie z. B. zur Parodontalprophylaxe – wird analog nach § 6 Abs. 1 berechnet.
  • Die Leistung kann je Kiefer berechnet werden.
  • Bei der Verwendung von Konfektionslöffeln als Medikamententräger kann diese Leistung nicht nach dieser Nummer berechnet werden.
  • Die Kosten für das benutzte und verbrauchte Medikament sind nicht gesondert berechnungsfähig. Ggf. kann das Medikament rezeptiert werden.
  • Die Leistung ist innerhalb eines Jahres ohne Begründung höchstens viermal berechnungsfähig. Der Jahreszeitraum, in dem die Leistung nach der Nummer 1030 erneut viermal ohne Begründung berechnungsfähig ist, beginnt an dem Tag des Jahres, der zahlmäßig identisch ist mit dem Tag des Vorjahres, an dem die Leistung erstmalig erbracht wurde. Maßgeblich für den tatsächlichen Beginn des neuen Jahreszeitraums ist jedoch der Tag, an dem die Leistung erneut erstmalig erbracht wird. Wird die Leistung nach der Nummer 1030 mehr als viermal innerhalb eines Jahres berechnet, so ist dies in der Rechnung zu begründen.
  • Die vorstehende anzahlmäßige Einschränkung gilt nur bei Anwendung fluoridhaltiger Medikamente. Die Verwendung anderer als fluoridhaltiger Medikamente ist in der Anzahl nicht begründungspflichtig.

Schnittstellen zwischen Bema GOZ 01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 1030 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da eine vergleichbare Leistung im Sachleistungskatalog der GKV nicht enthalten ist.
  2. Da die Herstellung der individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger nicht von der Nr. 1030 GOZ umfasst ist, kann sie nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden. Material- und Laborkosten sind gemäß § 9 GOZ zusätzlich berechnungsfähig.